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Die Geschichte der TOKO in Deutschland

1971 kam ein Malaye namens James Yuen Kong nach Europa , um Shorin-Ryu-Karate zu verbreiten. Seine erste Station war Zürich (Schweiz), bevor er dann etwa nach einem Jahr nach Deutschland kam und in Heidelberg, Stuttgart und Regens-burg Dojos gründete. Leider verlor James nach einigen Jahren sein Interesse am Karate und hörte auf .Daraufhin setzten ein paar seiner Schüler den Karateunterricht noch eine Weile fort , bevor auch sie aufhörten. So starb schließlich Mitte der 70-ziger Jahre das Shorin-Ryu-Karate in Deutschland. Jedoch kam im Jahre 1975 eine Gruppe aus Malaysia , um in Stuttgart und Regensburg erneut Karate zu unterrichten. Auch diese Dojos blieben lediglich etwa 2 Jahre geöffnet. 1976 machte sich dann erneut eine Gruppe aus Malaysia auf den Weg und eröffnete ein Shorin-Ryu-Karate Dojo in Regensburg ( Oberpfalz).Mit dem Aufbau von vier weiteren Dojos breitete sich dieser Karatestil langsam in Niederbayern und der Oberpfalz aus. Einige Jahre später entwickelten diese Gruppen ihren eigenen Stil , den sie Shorin-Ryu –Siu Sin Kan nannten. Es war ein Stil ,,made in Germany“ ,der allerdings nichts mehr mit dem traditionellen Okinawa Shorin-Ryu-Karate gemein hatte. Auch heute noch gibt es 2 Dojos in denen das Shorin-Ryu-Siu Sin Kan praktiziert wird. Auf diese Weise starb das Shorin-Ryu-Karate ,ein alter Stil , wiederum aus bis schließlich 1980 Sensei Jamal Measara nach Deutschland kam ,um in Straubing (Niederbayern) und anschließend in Regensburg Karate zu unterrichten. Langsam aber sicher verbreitete sich nun das Shorin-Ryu-Karate in Bayern ,insbesondere in den Regionen Niederbayern und Oberpfalz . Diese Entwicklung veranlasste ihn den Bayerischen Shorin-Ryu-Karate-Verband e.V. zu gründen. Viele Versuche dem BKB(Bayerischer Karate Bund) bzw. dem DKV ( Deutscher Karate Verband)beizutreten , schlugen fehl ,denn der Stil galt als zu unbekannt und war in Deutschland nicht anerkannt. Als sich dieser Stil Mitte der 80-ziger Jahre dann langsam auch außerhalb Bayerns verbreitete , wurde die Shorin-Ryu-Seibukan-Karate-Union Deutschland geschaffen. Ein erneuter Versuch in den DKV aufgenommen zu werden , scheiterte. Nun bemühte sich der Verband ohne Unterstützung des DKV voranzukommen und es lohnte sich. Im Jahre 1995 öffnete der BKB plötzlich einer Gruppe von Mitgliedern des Shorin-Ryu-Karate die Tür und 70%der Dojos traten dem DKV bei. Die restlichen 30% der Shorin-Ryu-Seibukan-Karate-Union hatten jedoch kein Interesse am Wettkampfkarate und waren somit gezwungen einen separaten Verband zu gründen. So entstand im Februar 1996 die TOKO(=traditionelle Okinawa Kampfkunst Organisation),in welcher das Shorin-Ryu-Seibukan-Karate und das Jinbukan-Kobudo praktiziert werden .Obwohl beide Verbände unterschiedliche Ideologien vertreten ,gehören sie doch zur gleichen Karate- und Kobudofamilie. Sie treffen sich zu Lehrgängen und trainieren dort zusammen bei demselben Lehrer, Sensei Measara. Zudem werden beide vom Honbu –Dojo(=Haupttrainingsraum) in Okinawa anerkannt und alle sind Mitglieder der Internationalen Okinawa Shorin-Ryu Seibukan Karate Association.

Heute besitzt das Shorin-Ryu Seibukan Karate mehr als 70 Dojos in ganz Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern ,wie Finnland, England, Schweiz, Russland ,Rumänien etc. Da sich Karate und Kobudo auch jetzt noch permanent verändern , ist es das Ziel der Toko das alte traditionelle Okinawa Karate und Kobudo so zu bewahren ,wie es die alten Meister weitergegeben haben. Auf diese Weise soll es für die nächste Generation erhalten und an sie weitergegeben werden.

Sensei Kanei Katsuyoshi

Sensei Kanei Katsuyoshi wurde im Jahre 1941 in China, wo sein Vater Arbeit gefunden hatte, geboren. Nach dem zweiten Weltkrieg kehrte die ganze Familie nach Okinawa zurück. Kanei Katsuyoshis Karriere als Karateka begann schon sehr früh , denn bereits in der Schule war er der Kapitän des dortigen Karate-Teams war. Von 1955-65 trainierte er bei einem berühmten Karatelehrer, namens Toguchi Seikichi , einem Schüler von Myagi Chojun , dem Gründer des Goju-Ryu, Shoreikan Goju-Ryu Karate. Zur gleichen Zeit trainierte er überdies unter Meister Higa Seiko , der ebenfalls ein Schüler Myagis war und als der einzige Meister gilt, der die Kunst des Ju (=weicher Stil) perfekt beherrschte. Im Gegensatz zum Karate Unterricht begann Sensei Kaneis Kobudo Unterricht erst am 20.Juni 1959 als Schüler der sehr berühmten Meister Taira Shinken und Matayoshi Shinpo. Im September 1963 wurde Kanei Katsuyoshi Assistent des Cheftrainer , sowie Toguchi Seikichis Repräsentant und blieb es bis zum September 1966. Er besaß die ,,Shihan Linzenz“, d.h. die Lehrbeauftragten-Lizenz , was bedeutet , seine Kunst offiziell an Karateschulen lehren zu dürfen.

Im Dezember 1966 eröffnete er schließlich sein erstes eigenes Karate und Kodudo Dojo in Okinawa-City. Zehn Jahre später baute er in der Gegend von Misato auf Okinawa ein eigenes Haus mit eigenem Dojo , das er ,,Jinbukan Goju Ryu Karate Kobudo Dojo“ nannte. Dort unterrichtete er sowohl Karate als auch Kobudo bis er dann einen separaten Kobudo Verband gründete , den Kokusai Okinawa Kobudo Kyokai ,d.h. den internationalen Okinawa Kobudo Kyokai Verband. Auf diese Weise konnte man Kobudo lernen ohne gleichzeitig Karate lernen zu müssen und umgekehrt. Aufgrund seines hohen Bekanntheitsgrades und seiner herausragenden Fähigkeiten als Karate- und Kobudo-Lehrer ,besaß er in vielen bekannten Verbänden hohe Ämter , denn man war stolz darauf einen derartig berühmten Mann in den eigenen Reihen zu haben. Beispielsweise hatte er von 1967-74 das Amt des Präsidenten des Okinawa Goju-Kai Verbands inne , war ein Gründungsmitglied des Ryu Kyu Kobudo Renmei und in den Jahren 1970-85 Prüfer und Vizepräsident zahlreicher Kampfkunstverbände , wie z.B. des Okinawa Kobudo Renmei. Er entwickelte die Hojo undos für die Waffen Bo ,Sai ,Tunkwa und Nunchaku ,sowie das Yakusoku Kumite für das Matayoshi Kobudo System. Außerdem begründete er die Nunchaku Kata und brachte die Kata Shiu Shi No Kun ,die er bei Shinken Taira gelernt hatte, in das Matayoshi Kobudo System ein , indem er sie 1960 an Matayoshi Shinpo weitergab. Darin bestand das Geschenk Sensei Kaneis an das Matayoshi Shinpo System , das bis heute Bestand hat , da diese Übungen auf der ganzen Welt immer noch trainiert werden. Der Matayoshi Kobudo Verband schickte ihn in zahlreiche Länder der Erde . damit er den Gedanken des Kobudo in die Welt hinaustragen und unterrichten konnte. Seine Aufgaben führten ihn dabei unter anderem nach Peru , Argentinien, Frankreich , Spanien , Deutschland und Japan. Die Zusammenarbeit Kaneis mit Matayoshi Sensei dauerte 26 Jahre ( 1960 -86).

Bis zuletzt war er Präsident des von ihm gegründeten Kobudo Verbands. Im Jahre 1993 starb er während eines Trainingsaufenthalts in Peru. Sein Leichnam wurde in seinen Heimatort Misato auf Okinawa überführt und dort beigesetzt. Nach seinem Tod führt nun sein Sohn Kanei Hitoshi das Jinbukan Dojo weiter. Als Experte der Sichel-Kanpfkunst , des Kamajutsu , lebt sein Name auch nach seinem Tod weiter. Man nannte ihn ,,Kama-Te-Kanei“ , was in etwa ,,Sichelhund“ Kanei bedeutet. Kanei war nicht nur ein Meister in der Ausübung des Karate und Kobudo , sondern auch in der Geschichte dieser alten Kanpfkünste. Er besaß eine einzigartige Sammlung von Fotos und antiken Waffen der legendären Okinawa Kampfkunst Meister.

Zusammenfassung der wichtigsten Stationen seiner Karriere:


Mai 1979 bis März 1983  Vizepräsident des Okinawa Karate do Goju Kai
April 1985 bis Juni 1987 Präsident des All Okinawan Goju Ryu Karate Do
1985 bis 1989  Vizepräsident des All Okinawa Goju Ryu Karate Do
August 1985 Beförderung zum 9.Dan Hanshi von Yagi Meitotu Sensei (10.Dan)
Juni 1987 bis 1993   Berater des Okinawa Karate Do Goju Kai
1989 bis März 1991   Berater des Zen Okinawa Karate Do Renmei
April 1991 bis November 1993 Vizepräsident des Zen Okinawa Karate Do Renmei
 

(Man kann diese Ämter in den okinawanischen Kampfkunstverbänden nicht mit denen in anderen Ländern  vergleichen  ,da in Okinawa nur sehr hoch gradierte Meister , die über großes Wissen in der jeweiligen Kampfkunst verfügen , dieselben ausführen )

 

Mit freundlicher Genehmigung © www.toko-germany.de

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