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Chotoku Kyan

Chotoku Kyan Chotoku Kyan

Die Meisterschaft des Karate hängt nicht von der körperlichen Konstitution,
sondern von beständiger Übung ab.

Meister Chotoku Kyan wurde im Dezember 1870, als Sohn einer recht wohlhabenden Familie, in Gibo (bei Shuri) auf Okinawa, geboren. Er war der 11. Abkömmling des Königs Shosei von den Ryukyu Inseln und sein Vater war Beamter des Königs.

Bereits im zarten Alter von 5 Jahren bekam er von seinem Vater, Chofu Kyan, Unterweisungen in der Kunst der waffenlosen Selbstverteidigung. Jeden Morgen musste er, unter Aufsicht seines Großvaters, seine Übungen machen und der war ein äußerst kritischer Lehrer. Auf Grund der privilegierten Stellung seines Vaters war es ihm auch möglich, schon früh, bei den größten Meistern Okinawas zu lernen.

Im Alter von 12 Jahren, nahm sein Vater ihn mit nach Tokyo. Dort studierte er 4 Jahre lang die chinesischen Klassiker und übte sich während dieser Zeit auch in den japanischen Kampfkünsten. Dann musste seine Familie zurück nach Okinawa. Sein Vater hatte, aufgrund der polittischen Umwälzungen im Zuge der Meiji-Restauration, seine Stellung im Dienste des Königs verloren. Sie wurde dadurch gezwungen, in das Dorf Yomitan zu ziehen, wo sie ein kleines Stück Land besaß. Trotzdem lebten sie in Armut und Chotoku Kyan war gezwungen, niedere Arbeiten, wie das Ziehen von Rickschahs und das Züchten von Seidenraupen, anzunehmen. Trotzdem setzte er sein Karatetrainig hingebungsvoll und diszipliniert fort.

Später begann er selbst zu unterrichten. In den 1920ern bereiste Sensei Kyan die Hauptinseln Japans um seine Kampfkunst bekannt zu machen. Nach seiner Rückkehr besuchte er Taiwan um seine Kenntnisse der Chinesischen Kampfkünste zu erweitern. Das Wissen aus beiden Kampfkünsten befähigte ihn seine eigene Kata „Ananku“ zu entwickeln.

Kyan reiste viel und gelangte so nach Kadena, wo er ein eigenes Karate dojo eröffnete und seinen eigenen Stil unterrichtete, den seine Schüler zunächst Migwa te (Chan Migwa, der schmaläugige Kleine, war Kyans Spitzname) nannten und dann in Sukunai Hayashi (kleines Wäldchen) umbenannten. Sensei Kyan selbst hatte seinem Stil nie einen Namen gegeben.

Über diese Schule wurden mehrere spätere Stile beeinflußt, insbesondere über seine berühmtesten Schüler, Ankichi Aragaki, Tsuyoshi Chitose, Joen Nakazato, Shoshin Nagamine und die Shimabukuro Brüder.
Kyan war ein Meister der Sprung- und Fußtechniken und ein Spezialist des Bojutsu. Auch zeigte er öfter seinen mit dem Erdboden verwurzelten Stand, aus dem niemand ihn herausbewegen konnte. Dies tat er, indem er die Kata Seisan (Hangetsu) vorführte. Seine Lieblings-Kata waren Passai (Bassai), Chinto (Gankaku) und Kushanku (Kanku).

Eine seiner Spezialitäten war das Kämpfen gegen größere Gegner, wobei er unter anderem das Abducken vor gegnerischen Angriffen lehrte. Mit dieser Art zu kämpfen hat er sich sehr intensiv beschäftigt. Sein System zog die Schnelligkeit kraftvollen Techniken vor. Der Grund dieser Tatsache war die geringe Körpergröße Kyans. Das Ausweichen und unvorhergesehene Handlungen bestimmen sein System.

Sein starker Geist half ihm, seine körperlichen Nachteile zu kompensieren und so erreichte er schon in jungen Jahren eine hohe Meisterschaft. Im Alter von 30 Jahren war er in Shuri und Naha als Kampfkunstexperte sehr angesehen, was recht ungewöhnlich war, da man in seinem Alter normalerweise noch nicht als Meister angesehen wurde. Er wurde sehr oft herausgefordert, und da er kein Mensch war, der sich drückte, musste er oft kämpfen. Soweit bekannt hat er niemals verloren.

Im Jahr 1933 verfasste Sensei Kyan zwei Schriften, Anleitungen zum Training und für den Kampf.

In der Zeit des 2.Welkrieges brachen auch für Sensei Kyan harte Zeite an, eines der Größten Probleme war die Lebensmittelknappheit. Chotoku Kyan fühlte sich verpflichtet, vor allem die zu schützen und zu unterstützen die sich nicht selbst helfen konnten. Das ging soweit dass er alle seine Lebensmittel an Bedürftige verteilte und schlieslich am 20. September 1945, mit fast 75 Jahren, in einer Ortschaft im Norden Okinawas am Hungertod verstarb.